5 zu 2 Diät – Diät? Oder Ernährungsform?

Seit Beginn meines Intervallfastens habe ich mit vielen Menschen gesprochen oder über das Internet Kontakt gehabt, die die 5:2 Diät anwenden. Der Austausch mit diesen Menschen macht Spass und ist sehr spannend.
Auf dieser Seite will ich versuchen, meine Schlüsse aus diesem Austausch aufzubereiten und weiter zu geben.
Dazu ist zunächst eine Festlegung der Bedeutung der Begriffe Diät und Ernährungsweise erforderlich.

Diät
Eine zeitlich begrenzte Ernährungsweise mit dem Ziel der Gewichtsabnahme.

Ernährungsform
Eine dauerhafte Umstellung der Ernährung mit den Zielen seinem Körper/seiner Gesundheit etwas Gutes zu tun und dabei auch Gewicht zu verlieren.

Der Großteil der die 5 zu 2-Diät  Praktizierenden lässt sich in zwei Gruppen einteilen. Diese haben eine deutlich abweichende Herangehensweise an die 5:2 -Diät und eklatant unterschiedliche Erfahrungen.

Im folgenden werden ich beide Gruppen ausführlich beschreiben. Dabei schildere ich bewusst die extremen Ausprägungen, weil dann die Unterschiede besser zu erkennen sind.

Gruppe Ernährungsform

Dieser Gruppe fühle ich mich zugehörig, deshalb fange ich damit mal an.

Die Personen dieser Gruppe haben irgendwann von Intervallfasten oder der 5:2-Diät gehört/gelesen/gesehen und fanden die zugrundeliegende Idee spannend. Deshalb haben sie sich intensiv mit Intervallfasten, seinen Inhalten, seinen Auswirkungen und den unterschiedlichen Formen beschäftigt um dann ganz bewusst und fundiert zu entscheiden:
Ja, das ist etwas für mich das probiere ich aus!
Es folgt eine gründliche Vorbereitung der Ernährungsumstellung mit Festlegung des Startzeitpunktes, der Wochentage an denen gefastet werden soll und der Ziele, die erreicht werden sollen. Auch die die Kontrolle der Zielerreichung wird geplant. Für die  ersten Fastentage werden Essenspläne gemacht. Zum Teil werden auch schon die Abstände zwischen den Mahlzeiten erhöht um den Einstieg in die Fastentage leichter zu machen.
Am ersten Fastentag werden neben dem Gewicht auch z.B. Bauch-, Hüft-, Oberschenkelumfang und/oder Körperfettanteil gemessen um die Erfolgskontrolle zu erleichtern.
Die Erwartungen zur Gewichtsabnahme sind eher zu niedrig.
Erst dann wird mit der Ernährungsumstellung begonnen.

Der erste Fastentag verläuft meist sehr entspannt und problemlos, weil er intensiv vorbereitet worden ist. Das motiviert natürlich zusätzlich. Die weiteren Fastentage sind nicht immer einfach. Die Beschäftigung mit der Ernährung an diesen Tagen ist immer noch intensiv. Die Auswirkungen der Ernährungsumstellung werden wahrgenommen. Läuft es wie geplant oder besser, stärkt das die Motivation weiter zu machen. Läuft es schlechter als geplant, was wegen der relativ niedrigen Erwartung eher selten ist, wird geguckt woran liegt es und der Plan wird angepasst.
Einstellung zu den Fastentagen:
Toll, morgen esse ich wenig und tue mir/meinem Körper etwas Gutes!

Erfolge treten relativ schnell ein und sind vielfältig.
Anhebung der Grundstimmung, Intensivierung des Geschmacksempfindens, deutlichere Wahrnehmung des vom Körper gesendeten „ich bin satt“, das Gefühl voller Energie und fit zu sein, das Gefühl leistungsfähiger zu sein, Heißhunger auf Süßes wird weniger. Und das Gewicht nimmt auch noch ab! Und das auch oft schneller als erwartet worden ist!
Die Fastentage fallen immer leichter.
Für viele unmerklich wirkt sich die intensive Beschäftigung mit der Ernährung an den Fastentagen auch auf die Ernährung an den „normalen“ Tagen aus. Sie essen weniger, seltener und haben dabei weder Hunger noch das Gefühl auf irgend Etwas zu verzichten.
Die Beschäftigung mit der Ernährung wird mit der Zeit weniger intensiv, da man seinen Weg gefunden hat.
Diese Erfolgserlebnisse motivieren unheimlich diese Ernährungsform bei zu behalten.
Schließlich fühlt man sich in vielen Bereichen besser, hat keinen Hunger und nicht das Gefühl auf etwas zu verzichten und nimmt dabei auch noch ab!

Irgendwann haben die Mitglieder dieser Gruppe die gesetzten Ziel erreicht. Einige setzen sich neue Ziele und erreichen auch diese und wechseln dann zu nur einem Fastentag in der Woche um die erreichten Ziele zu erhalten.

 

Gruppe Diät

Die Personen dieser Gruppe haben irgendwann von Intervallfasten oder der 5:2-Diät gehört/gelesen/gesehen und sind begeistert, das scheint endlich die Diät zu sein, auf die sie Ihr Leben lang gewartet haben.
5 Tage normal essen, 2 Tage nur wenig essen und dabei abnehmen!!!
Neben dem Gewicht werden keine anderen Werte gemessen.
Die Erwartungen an die zu erzielende Gewichtsabnahme sind eher zu hoch.
Spontan und ohne sich mit den Inhalte und den Auswirkungen der 5 zu 2 Diät zu beschäftigen wird an 2 Tagen in der Woche die Kalorienanzahl entsprechend reduziert und an 5 Tagen normal gegessen.
Wobei normal essen im Verständnis dieser Personen die Art und Weise der Ernährung ist, die zu ihrem zum Teil erheblichen Übergewicht geführt hat (stark vereinfacht –> mehr kcal zu sich nehmen als man verbraucht).

Die Fastentage verlaufen eher quälend mit zum Teil erheblichen Hungergefühlen und sind nur schwer zu schaffen. Die Auswirkungen der Diät werden nicht wahrgenommen, sind für diese Gruppe uninteressant, da der Focus dieser Gruppe alleine auf dem Verlieren von Körpergewicht liegt.
Einstellung zu den Fastentagen:
Morgen muss ich schon wieder hungern, damit ich abnehme.

Erfolge treten eher schleppend ein, da die vielfältigen Auswirkungen der Diät nicht wahrgenommen werden und die Gewichtsabnahme geringer ist, als es erwartet wurde.
Der Verlauf der Fastentage bleibt für diese Gruppe eher quälend mit zum Teil erheblichen Hungergefühlen.
Zusätzlich berichten die Mitglieder dieser Gruppe häufiger von Heißhungerattacken an den „normalen“ Tagen. Wird diesen nachgegeben, kommt noch das schlechte Gewissen für dieses „schwach sein“ und mindert zusätzlich die Erfolgserlebnisse.
Die Motivation trotzdem diese Diät weiter zu machen fällt immer schwerer, kostet immer mehr Kraft.

Die Mitglieder dieser Gruppe haben es schwer ihr Wunschgewicht – und nur darum geht es Ihnen – zu erreichen, wenn dann dauert es sehr lange und kostet viel Energie um sich immer wieder zu motivieren.
Viele erreichen ihr Wunschgewicht nie, weil sie vorher aufgegeben haben und sich die nächste hippe Diät gesucht haben, die mehr, schneller und mit weniger Aufwand Erfolge verspricht.

Wie das dann aussieht kann man auf dem -nicht mehr aktiven- Blog

Intervallfasten 5 : 2 Diät Tagebucheintragungen

nachlesen.
Die Schreiberin hat ihr Gewicht von 102,6 kg  (02.02.2015) auf 84 kg (27.08.2015) reduziert. Ein zweifelsfrei toller Erfolg!
Allerding hat sie trotz 5:2 Diät dann konstant wieder zugenommen und beschreibt am 13.03.2018 ihr Gewicht mit den Worten
„irgendwas um die 100 kg ist ein Schätzwert und resultiert aus meiner Angst, die liebe Waage zu betreten. Ja, ich, eigentlich eine neurotische und zwanghafte Wiegerin! Ich würde lügen, behauptete ich, dass ich damit glücklich bin; im Gegenteil, ich fühle mich wie ein unbeweglicher Klotz. „.